Was ist der AGW?
AGW steht für Arbeitsplatzgrenzwert. Er nennt die Konzentration eines Gefahrstoffs in der Luft am Arbeitsplatz, bei der nach heutigem Wissen auch bei täglicher Arbeit über ein Arbeitsleben keine Gesundheitsschädigung zu erwarten ist. Angegeben wird er in mg/m³ (Milligramm je Kubikmeter Luft) oder in ml/m³ (ppm).
Der AGW ist ein Schichtmittelwert, in der Regel über acht Stunden. Dazu kommen für viele Stoffe Kurzzeitwerte, die Spitzen begrenzen. Die Werte legt der Ausschuss für Gefahrstoffe fest und veröffentlicht sie in der TRGS 900.
Wo finden Sie den AGW eines Stoffs?
- im Sicherheitsdatenblatt des Stoffs, Abschnitt 8 („Begrenzung und Überwachung der Exposition“),
- in der TRGS 900 der BAuA, nach Stoffnamen oder CAS-Nummer,
- in der Gefährdungsbeurteilung Ihres Betriebs, die die gemessene oder ermittelte Konzentration enthält.
So rechnen Sie: Konzentration geteilt durch AGW
Der AGW wird nicht berechnet, er ist vorgegeben. Berechnen müssen Sie, um das Wievielfache des AGW die Konzentration an Ihrem Arbeitsplatz liegt. Diesen Faktor vergleichen Sie mit der Schutzstufe der Maske.
- Konzentration am Arbeitsplatz aus Messung oder Gefährdungsbeurteilung ermitteln.
- AGW des Stoffs nachschlagen.
- Konzentration durch AGW teilen: Das Ergebnis ist der Faktor.
- Eine Maske wählen, deren Schutzstufe mindestens so hoch ist wie der Faktor.
Beispiel mit angenommenen Werten: Ein Staub hat einen AGW von 2 mg/m³, am Arbeitsplatz werden 15 mg/m³ gemessen. 15 geteilt durch 2 ergibt 7,5. Eine FFP1-Maske (bis zum 4-Fachen) reicht nicht, eine FFP2-Maske (bis zum 10-Fachen) ist ausreichend. Nehmen Sie die nächsthöhere Stufe, wenn der Wert knapp unter der Grenze liegt.
Schutzstufen der Masken
| Gerät | Bis zum | Im AirGuard-Pro-Sortiment |
|---|---|---|
| Filtrierende Halbmaske FFP1Einwegmaske 6100 | 4-Fachen | Einwegmaske 6100 |
| Filtrierende Halbmaske FFP2Einwegmasken 6201, 6203 | 10-Fachen | Einwegmasken 6201, 6203 |
| Filtrierende Halbmaske FFP3Einwegmasken 6311, 6311C, 6312 | 30-Fachen | Einwegmasken 6311, 6311C, 6312 |
| Halbmaske mit Partikelfilter P1Alternative: AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R2 (P3, bis zum 30-Fachen) | 4-Fachen | Alternative: AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R2 (P3, bis zum 30-Fachen) |
| Halbmaske mit Partikelfilter P2Alternative: AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R2 (P3, bis zum 30-Fachen) | 10-Fachen | Alternative: AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R2 (P3, bis zum 30-Fachen) |
| Halbmaske mit Partikelfilter P3AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R2 | 30-Fachen | AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R2 |
| Vollmaske mit Partikelfilter P1Alternative: AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R (P3, bis zum 400-Fachen) | 4-Fachen | Alternative: AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R (P3, bis zum 400-Fachen) |
| Vollmaske mit Partikelfilter P2Alternative: AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R (P3, bis zum 400-Fachen) | 15-Fachen | Alternative: AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R (P3, bis zum 400-Fachen) |
| Vollmaske mit Partikelfilter P3AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R | 400-Fachen | AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R |
| Halbmaske mit GasfilterAG360 mit Gas- oder Kombifilter (Bajonett) | 30-Fachen | AG360 mit Gas- oder Kombifilter (Bajonett) |
| Vollmaske mit GasfilterAG700 mit Gas- oder Kombifilter | 400-Fachen | AG700 mit Gas- oder Kombifilter |
Die Faktoren stammen aus der DGUV Regel 112-190. Bei Filtergeräten gilt zusätzlich der strengere Wert aus Maske und Filter, mehr dazu in Halbmaske oder Vollmaske und FFP1, FFP2 oder FFP3.
Bei Gasen und Dämpfen kommt eine zweite Grenze dazu
Gas- und Kombifilter haben neben dem Faktor eine Höchstkonzentration je Gasklasse: Klasse 1 bis 0,1 Vol.-%, Klasse 2 bis 0,5 Vol.-% und Klasse 3 bis 1 Vol.-%. Beides muss passen. Welcher Filter zu welchem Stoff gehört, steht in Den richtigen Filter wählen.
Kein AGW gefunden? So gehen Sie vor
Wenn zu einem Stoff kein Wert auftaucht, heißt das nicht, dass er harmlos ist. Gehen Sie der Reihe nach vor:
- Mit der CAS-Nummer suchen. Die TRGS 900 führt Stoffe oft unter anderem Namen. Die CAS-Nummer steht im Sicherheitsdatenblatt (Abschnitt 1 oder 3). Bei Gemischen zählen die einzelnen Inhaltsstoffe.
- Sicherheitsdatenblatt lesen. Abschnitt 8 nennt neben dem deutschen AGW manchmal Werte anderer Länder oder Herstellerangaben. Fragen Sie den Lieferanten, welcher Beurteilungsmaßstab gilt und welchen Atemschutz er vorsieht.
- Sonderregeln prüfen. Für Staub ohne eigenen AGW gibt es allgemeine Staubgrenzwerte. Für krebserzeugende Stoffe gelten eigene Maßstäbe (Akzeptanz- und Toleranzkonzentration nach TRGS 910), für Biostoffe die Biostoffverordnung.
- Beurteilung einholen. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der Betriebsarzt kann die Konzentration messen oder abschätzen und den Maßstab festlegen. Das gehört nach der Gefahrstoffverordnung zur Gefährdungsbeurteilung.
- Bis dahin nicht raten. Wählen Sie ohne belastbaren Wert keine Maske auf Verdacht. Technische Maßnahmen wie Absaugung und Lüftung haben Vorrang. Wir beraten Sie zur Auswahl, sobald die Angaben vorliegen.
Wo der AGW nicht reicht
- Für manche Stoffe, etwa krebserzeugende, gibt es keinen AGW im üblichen Sinn, sondern andere Bewertungsmaßstäbe. Dann entscheidet die Gefährdungsbeurteilung.
- Bei mehreren Stoffen gleichzeitig muss die Mischung beurteilt werden, nicht jeder Stoff einzeln.
- Bei Sauerstoffmangel hilft kein Filtergerät, egal wie niedrig der Faktor ist.
- Der Atemschutz-Finder rechnet den Faktor und zeigt passende Geräte. Er ersetzt die Gefährdungsbeurteilung nicht.
Häufige Fragen
Wofür steht AGW?
AGW steht für Arbeitsplatzgrenzwert: die zulässige Durchschnittskonzentration eines Gefahrstoffs in der Luft am Arbeitsplatz, in der Regel über eine Achtstundenschicht.
Wo finde ich den AGW?
Im Sicherheitsdatenblatt (Abschnitt 8) und in der TRGS 900 der BAuA.
Wie berechne ich, welche Maske ich brauche?
Gemessene Konzentration durch den AGW teilen. Das Ergebnis vergleichen Sie mit der Schutzstufe: FFP1 bis 4-fach, FFP2 bis 10-fach, FFP3 und Halbmaske bis 30-fach, Vollmaske bis 400-fach.
Was bedeutet „10-fach AGW“?
Die Maske darf eingesetzt werden, wenn die Konzentration höchstens das Zehnfache des AGW beträgt.






