EN
Ratgeber

Atemschutz bei Quarzstaub: Bau und Stein

Beim Schleifen, Fräsen, Bohren und Trennen von Beton, Stein und Mörtel entsteht quarzhaltiger Feinstaub. Er gelangt bis in die Lungenbläschen. Hier steht, was die TRGS 559 als Maßstab nennt, welche Maske zu welchem Vielfachen passt und warum Absaugung und Befeuchten vor der Maske kommen.

Stand 6. Oktober 2026, DS SafetyWear Arbeitsschutzprodukte GmbH

Quarzstaub: was gefährlich ist

Gefährlich ist der alveolengängige Anteil des Staubs, also die Fraktion, die die Lungenbläschen erreicht. Quarzfeinstaub ist die alveolengängige Fraktion von kristallinem Siliciumdioxid in den Formen Quarz, Cristobalit und Tridymit. Er entsteht überall dort, wo quarzhaltige Werkstoffe bearbeitet werden: Beton, Mauerwerk, Naturstein, Keramik, Mörtel, Sand.

Als Beurteilungsmaßstab nennt die TRGS 559 für Quarzstaub 0,05 mg/m³ (alveolengängige Fraktion), veröffentlicht vom Ausschuss für Gefahrstoffe 2016. Der Wert soll möglichst unterschritten werden. Wo das mit technischen und organisatorischen Maßnahmen nicht gelingt, ist nach dem Stand der Technik zu minimieren. Oberhalb des Maßstabs ist Atemschutz zu verwenden.

Staub vermeiden geht vor. Nasse Verfahren, Absaugung direkt am Werkzeug und Entfernen von Staub mit dem Industriesauger sind nach der Gefahrstoffverordnung vorrangig. Atemschutz ergänzt, er ersetzt diese Maßnahmen nicht. Kehren und Abblasen vermeiden.

Welche Maske zu welchem Vielfachen

Nach DGUV Regel 112-190 sind FFP2 bis zum 10-Fachen, FFP3 und Halbmaske mit P3 bis zum 30-Fachen, die Vollmaske bis zum 400-Fachen zulässig. Bezogen auf 0,05 mg/m³ ergibt das rechnerisch: FFP2 bis 0,5 mg/m³, FFP3 und Halbmaske bis 1,5 mg/m³, Vollmaske bis 20 mg/m³. Die tatsächliche Konzentration kennen Sie nur aus Messung oder Beurteilung.

Höchstzulässiges Vielfaches des Arbeitsplatzgrenzwerts nach DGUV Regel 112-190 (Ausgabe November 2021), Tabelle 2. Zeilen ohne eigenes Gerät: Alternative ist dieselbe Bauart mit Partikelfilter P3, der jedes niedrigere Vielfache abdeckt.
GerätBis zum
Filtrierende Halbmaske FFP1Einwegmaske 61004-Fachen
Filtrierende Halbmaske FFP2Einwegmasken 6201, 620310-Fachen
Filtrierende Halbmaske FFP3Einwegmasken 6311, 6311C, 631230-Fachen
Halbmaske mit Partikelfilter P1Alternative: AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R2 (P3, bis zum 30-Fachen)4-Fachen
Halbmaske mit Partikelfilter P2Alternative: AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R2 (P3, bis zum 30-Fachen)10-Fachen
Halbmaske mit Partikelfilter P3AG360 mit AGP3R1 oder AGP3R230-Fachen
Vollmaske mit Partikelfilter P1Alternative: AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R (P3, bis zum 400-Fachen)4-Fachen
Vollmaske mit Partikelfilter P2Alternative: AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R (P3, bis zum 400-Fachen)15-Fachen
Vollmaske mit Partikelfilter P3AG700 mit AGP3R1, AGP3R2 oder AGP3R400-Fachen
Halbmaske mit GasfilterAG360 mit Gas- oder Kombifilter (Bajonett)30-Fachen
Vollmaske mit GasfilterAG700 mit Gas- oder Kombifilter400-Fachen
Das passende Vielfache ergibt die Gefährdungsbeurteilung mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit.
SituationGeeignetHinweis
Kurze Arbeiten, geringe StaubentwicklungFFP2, zum Beispiel 6201Branchenregeln nennen FFP2 als Mindestschutz bei sichtbarer Staubentwicklung.
Regelmäßige Arbeiten, höhere StaubentwicklungFFP3 6311 oder Halbmaske AG360 mit P3Bis zum 30-Fachen. Bei der Halbmaske wird nur der Filter getauscht.
Sehr hohe Konzentration, Augenschutz nötigVollmaske AG700 mit P3Bis zum 400-Fachen.

Grenzen

  • Dichtsitz: Bart und Koteletten im Bereich der Dichtlinie verhindern den Schutz, siehe Dichtsitz und Bart.
  • Konzentration über dem Schutzniveau: über dem 30-Fachen (FFP3, Halbmaske) bzw. 400-Fachen (Vollmaske) braucht es ein anderes Gerät.
  • Weitere Stoffe: Bei Asbest oder anderen Faserstäuben gilt die TRGS 559 nicht, dafür gelten eigene Regeln. Bei Lacken, Klebern und Epoxid kommen Dämpfe dazu und es braucht einen Gasfilter, siehe Atemschutz beim Lackieren.
  • Vorsorge: Für Atemschutz gelten Regeln zur arbeitsmedizinischen Vorsorge, siehe Atemschutz-Pflichten.

Wenn Sie das Vielfache des Grenzwerts kennen, führt der Atemschutz-Finder zur passenden Kombination.

Häufige Fragen

Welche Maske schützt vor Quarzstaub?

Eine Partikelmaske: FFP2, FFP3 oder eine Halbmaske mit P3-Filter. Welche Stufe reicht, hängt davon ab, wie hoch die Konzentration im Vergleich zum Beurteilungsmaßstab von 0,05 mg/m³ ist.

Reicht FFP2 beim Betonschleifen?

Bis zum 10-Fachen des Maßstabs, rechnerisch 0,5 mg/m³. Bei Schleifen, Fräsen und Trennen ohne Absaugung liegt die Konzentration oft höher. Dann sind FFP3 oder eine Halbmaske mit P3 sinnvoll. Das entscheidet die Gefährdungsbeurteilung.

Ersetzt die Maske die Absaugung?

Nein. Nasse Verfahren und Absaugung am Werkzeug gehen vor. Atemschutz kommt ergänzend hinzu.

Schützt ein Partikelfilter gegen Dämpfe bei Epoxid und Kleber?

Nein. Partikelfilter halten nur Partikel zurück. Gegen Dämpfe braucht es einen Gas- oder Kombifilter.

Quellen

Für Einkauf und Arbeitssicherheit

Unsicher, was zu Ihrem Arbeitsplatz passt?

Schicken Sie uns Tätigkeit und Stoffe laut Sicherheitsdatenblatt. Wir beraten zur Auswahl und schicken Muster für den Trageversuch.

Noch nicht das Richtige für Sie dabei?

Erfahren Sie noch mehr rund um Atemschutz von AirGuard Pro.

Die Markenfamilie der DS SafetyWear Arbeitsschutzprodukte GmbH