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Ratgeber

Atemschutz beim Lackieren: Filter, Maske und Grenzen

Beim Lackieren atmen Sie zwei Dinge ein: Dämpfe der Lösemittel und, beim Spritzen, feinen Lacknebel. Dafür braucht es zwei Filterarten in einem Gerät. Hier steht, wie Sie Filter und Maske auswählen, welche Grenzen gelten und was vor dem ersten Spritzgang zu klären ist.

Stand 6. Oktober 2026, DS SafetyWear Arbeitsschutzprodukte GmbH

Was beim Lackieren in die Atemluft gelangt

Lösemittel verdunsten und liegen dann als Gas oder Dampf in der Luft. Beim Spritzen kommen winzige Lacktröpfchen dazu, der Lacknebel. Gase und Dämpfe hält ein Gasfilter zurück, Nebel und Staub ein Partikelfilter. Beim Streichen und Rollen überwiegen die Dämpfe, beim Spritzen treten beide auf, und beim Anschleifen trockener Lackschichten entsteht Schleifstaub.

Atemschutz ist die letzte Stufe der Schutzmaßnahmen. Nach der Gefahrstoffverordnung kommen zuerst der Ersatz gefährlicher Stoffe, technische Maßnahmen wie Kabine, Absaugung und Lüftung und organisatorische Maßnahmen. Wo diese nicht reichen, ergänzt Atemschutz sie.

Welcher Filter für welche Arbeit

Typ A gilt für organische Stoffe mit Siedepunkt über 65 °C. Welche Stoffe im Lack stecken, steht im Sicherheitsdatenblatt.
ArbeitFilterAirGuard Pro (Bajonett, Klasse 1)
Streichen, Rollen: überwiegend DämpfeGasfilter Typ A, bei Bedarf mit PartikelanteilAGABEKK1 oder AGA1E1
Spritzen: Dämpfe und LacknebelKombifilter Typ A mit P3AGA1E1 (A1E1P3 R D) oder AGABEKK1P3 (A1B1E1K1P3 R D)
Trockenen Lack anschleifen: nur StaubPartikelfilter P3AGP3R1 oder AGP3R2

Was die Kennzeichnung bedeutet, erklärt der Beitrag Farbcodes bei Atemschutzfiltern. Warum es Partikelfilter mit und ohne Gasanteil gibt, steht unter Den richtigen Atemschutzfilter wählen.

Welche Maske passt

Die Halbmaske AG360 ist nach DGUV Regel 112-190 bis zum 30-Fachen des Arbeitsplatzgrenzwerts zulässig, die Vollmaske AG700 bis zum 400-Fachen. Die Vollmaske schützt außerdem Augen und Gesicht, etwa vor Spritzern und reizenden Dämpfen. Der Gasfilter selbst hat eine eigene Grenze: Klasse 1 gilt bis 0,1 Vol.-%, also 1.000 ml/m³. Maßgeblich ist immer der strengere der Werte. Die Rechnung steht im Beitrag Halbmaske oder Vollmaske.

Höchstzulässige Gaskonzentration je Gasfilterklasse nach DGUV Regel 112-190.
KlasseHöchstensAirGuard Pro
Klasse 10,1 Vol.-% (1.000 ml/m³)AGA1E1, AGABEKK1, AGABEKK1P3 (Bajonett)
Klasse 20,5 Vol.-% (5.000 ml/m³)AGA2E2, AGABEK2, AGABEK2P3 (RD40)
Klasse 31,0 Vol.-% (10.000 ml/m³)nicht im Sortiment

Wann ein Filtergerät nicht genügt

  • Siedepunkt bis 65 °C: Für sehr flüchtige Stoffe gibt es AX-Filter. Das AirGuard-Pro-Sortiment hat keinen.
  • Konzentration unbekannt oder zu hoch: Ohne Angabe im Sicherheitsdatenblatt oder eine Messung gibt es keine begründete Filterwahl. Über der Grenze der Filterklasse oder des Schutzniveaus ist ein Filtergerät nicht zulässig.
  • Sauerstoff nicht sicher vorhanden: Filter liefern keinen Sauerstoff. In Behältern, Gruben und engen Räumen braucht es ein Isoliergerät. Die Gebrauchsanweisungen der Filter nennen mindestens 19,5 Vol.-%.
  • Zweikomponentenlacke: Sie können Isocyanate enthalten. Das Sicherheitsdatenblatt zeigt es. Dann stimmen Sie die Auswahl mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit ab.
  • Kabine oder Spritzstand ohne ausreichende Absaugung: Der Filter ersetzt keine Lüftung.

Filter wechseln

Gasfilter tauschen Sie nach einem festen Wechselplan, spätestens wenn Sie Geruch, Geschmack oder Reizungen durch Schadstoffe bemerken. So steht es in den Gebrauchsanweisungen der AirGuard-Pro-Gasfilter. Eine feste Standzeit in Stunden können wir nicht nennen: Sie hängt von Stoff, Konzentration, Atemvolumen und Luftfeuchte ab, der Plan kommt aus der Gefährdungsbeurteilung. Geöffnete Filter bewahren Sie luftdicht auf. Mehr dazu unter Filterwechsel.

Dichtsitz nicht vergessen

Der beste Filter hilft nicht, wenn die Maske nicht dicht sitzt. Bart oder Koteletten im Bereich der Dichtlinie verhindern das. Prüfen Sie den Sitz bei jedem Aufsetzen, wie unter Dichtsitz und Bart beschrieben.

Checkliste vor dem Lackieren

  1. Sicherheitsdatenblatt lesen: Stoffe, Siedepunkt, Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) und Hinweise zu Isocyanaten.
  2. Konzentration klären: gemessen oder aus der Gefährdungsbeurteilung bekannt?
  3. Filtertyp und Klasse wählen, beim Spritzen mit P3.
  4. Maske nach dem Schutzniveau wählen, bei Augenschutzbedarf die Vollmaske.
  5. Wechselplan festlegen und Dichtsitz prüfen.

Wenn Sie Stoff, Konzentration und Sauerstoffgehalt kennen, führt der Atemschutz-Finder zur passenden Kombination aus dem Sortiment.

Häufige Fragen

Reicht eine FFP2-Maske beim Lackieren?

Nein. FFP-Masken halten nur Partikel zurück, also Lacknebel und Staub. Gegen Lösemitteldämpfe schützen sie nicht. Dafür braucht es eine Halbmaske oder Vollmaske mit Gas- oder Kombifilter.

Welcher Filter schützt gegen Lösemitteldämpfe im Lack?

Ein Filter mit Typ A, sofern der Siedepunkt der Lösemittel über 65 °C liegt. Beim Spritzen kommt ein P3-Anteil gegen den Lacknebel dazu. Welche Lösemittel im Lack stecken, nennt das Sicherheitsdatenblatt.

Wie lange hält ein Gasfilter beim Lackieren?

Eine feste Zeit nennen die Gebrauchsanweisungen nicht. Sie hängt von Stoff, Konzentration und Atemvolumen ab. Tauschen Sie nach einem Wechselplan, spätestens bei Geruch, Geschmack oder Reizung.

Kann ich mit Atemschutz in einem engen Raum lackieren?

Nur, wenn der Sauerstoffgehalt sicher ausreicht und die Lüftung stimmt. Filter liefern keinen Sauerstoff. In Behältern und engen Räumen mit unklarer Luft ist ein Filtergerät nicht zulässig.

Quellen

Für Einkauf und Arbeitssicherheit

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